Arbeitsblatt: Bedeutung des Feuers
Material-Details
Sachtexte zur Bedeutung des Feuers für den Menschen
Geschichte
Urzeit
4. Schuljahr
5 Seiten
Statistik
82631
1203
9
09.06.2011
Autor/in
Janine Weiss
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Wie das Feuer entdeckt wurde Bis heute wissen wir nicht genau, wie die Menschen das Feuer vor langer, langer Zeit entdeckt haben. Sie kannten das Feuer erst nur, wenn bei einem Gewitter Blitze aus dem Himmel auf die Erde schlugen und einen Baum in Brand setzten. So war Feuer für unsere Vorfahren zuerst etwas Gefährliches. Mit der Zeit erkannten sie aber den Nutzen des Feuers. Sie spürten seine Wärme und fingen an zu überlegen, wie sie das Feuer behalten und benutzen konnten. So ernannten die Menschen einen Feuerwächter, der aufpassen musste, dass das Feuer nie ausging. Er probierte aus, was brannte und was nicht, um sein Feuer immer weiter zu füttern. Eines Tages passte ein Feuerwächter nicht gut auf und so geschah es, dass das Feuer ausging. Der Feuerwächter war ganz verzweifelt. Er versuchte auf verschiedene Arten wieder Feuer zu machen. Er klopfte auf die Erde und pustete in die Asche aber es funktionierte nicht. Irgendwann war er so wütend, dass er einen Stein mit aller Kraft durch die Gegend schleuderte. Zufällig traf er einen anderen Stein und ein Funke entstand. Der Feuerwächter war ganz aufgeregt. Er nahm die beiden Steine und klopfte sie aufeinander und tatsächlich, wieder ein kleiner Funke. Jetzt musste er die Funken nur noch auf leicht entzündbares Material fallen lassen und schon hatte er wieder ein kleines Feuer. Die Steine, die er benutzte waren natürlich keine normalen Steine, sondern spezielle Steine: Feuerstein und Pyrit. Vielleicht hat der Mensch das Feuer so entdeckt und gelernt, es zu entfachen. Vielleicht aber auch ganz anders. Man weiss es nicht. Feuer spendet Licht und Wärme Anders als Tiere, haben wir Menschen kein dickes Fell, das uns wärmt, wenn es kalt ist. Vor allem im kalten Winter war das Leben in der Steinzeit darum besonders hart. Dicke Winterjacken, Mützen oder Handschuhe wie wir sie heute im Winter anziehen, kannten die Steinzeitmenschen ja nicht. Als dann das Feuer entdeckt wurde, mussten die Menschen im Winter nicht mehr in wärmere Gegenden wandern. Egal ob es schneite oder windete, am Feuer konnten sich die Menschen aufwärmen. Nachdem die Menschen gelernt hatten, Feuer selbst zu entfachen, konnten sie auch nachts unterwegs sein. Denn dank dem Feuer konnten sie etwas sehen. So mussten sie nicht immer gleich schlafen gehen, wenn es dunkel wurde. Auch in den dunklen Höhlen konnten sie endlich etwas sehen. Mit dem Feuer war es in der Höhle hell, warm und gemütlich. Das Feuer war gleichzeitig die erste Heizung und die erste Lampe. Die ersten Haushalte – dem Feuer sei Dank Die Steinzeitmenschen mussten jeden Tag auf Nahrungssuche gehen. Die Männer jagten Tiere. Die Frauen und Kinder suchten Beeren, Pilze und Nüsse. Dann wurde das Feuer entdeckt und die Menschen fanden heraus, dass Lehm durch Feuer hart wird. Die Menschen begannen Töpfe zu formen und bewahrten Lebensmittel darin auf. In den kühlen Höhlen blieben die Beeren, Pilze und Nüsse und sogar das Fleisch in den Töpfen länger gut. So mussten die Menschen nicht mehr jeden Tag auf Nahrungssuche gehen. Lange lebten die Steinzeitmenschen in Höhlen oder Zelten. Sie hatten schon herausgefunden, dass man aus Lehm Töpfe formen kann, die dann im Feuer hart werden. Einige Zeit später formte ein Steinzeitmensch ein Rechteck aus Lehm und härtete dieses im Feuer. Nachdem er mehrere davon gemacht hatte, stellte er fest, dass man diese Rechtecke aufeinanderschichten kann. Die ersten Ziegel waren gemacht und mit diesen wurde das erste Hause gebaut. Eine neue Speisekarte Die Entdeckung des Feuers veränderte das Leben der Steinzeitmenschen. Sie merkten aber nicht sofort, dass Feuer auch zur Zubereitung von Mahlzeiten genutzt werden kann. So assen sie das Fleisch weiterhin roh. Wie genau die Menschen dann herausfanden, dass man mit Feuer kochen kann, weiss man bis heute nicht genau. Vielleicht kamen sie zufällig darauf, als etwas rohes Fleisch ins Feuer fiel. Oder sie fanden ein Tier, das bei einem Waldbrand ums Leben gekommen war. Nachdem die Menschen vom gebratenen Fleisch probierten, stellten sie fest, dass gebratenes Fleisch besser schmeckt als rohes. Gebratenes Fleisch ist auch besser verdaulich und es ist einfacher zu kauen. So begannen die Menschen, Fleisch immer über dem Feuer zu braten. Mit der Zeit lernten die Menschen auch, dass nicht nur Fleisch, sondern auch andere Dinge über dem Feuer gekocht werden können. Blätter, Früchte und Gemüse, die man roh nicht essen konnte, wurden dank dem Feuer plötzlich leckere Nahrungsmittel. Die Menschen lernten immer mehr dazu und ihre Mahlzeiten wurden abwechslungsreicher. Ein wirkungsvoller Schutz Bevor die Menschen selbst Feuer entzünden konnten, mussten sie sich vor gefährlichen wilden Tieren in Sicherheit bringen, sobald es dunkel wurde. Oft kletterten sie dafür auf Bäume, denn dort waren sie vor den wilden Tieren am sichersten. Auf den Bäumen schliefen sie dann auch. Als die Menschen dann herausfanden, wie man Feuer machen kann, merkten sie irgendwann auch, dass viele Tiere Angst vor Feuer haben. Sie hatten also einen neuen Schutz vor den gefährlichen Tieren. Die Menschen zündeten am Höhleneingang ein Feuer an. Die wilden Tiere kamen also nicht mehr in die Nähe der Höhlen. Und in die Höhlen hinein gingen sie schon gar nicht. So konnten die Menschen die Nächte in den Höhlen verbringen und statt auf Bäumen, auf dem Höhlenboden schlafen. Das war ganz bestimmt bequemer.